Aktuelles
Unsere nächsten Veranstaltungen:
Mittwoch, 18. Januar 2012 Leben im Netzwerk - Unser blauer Planet
Donnerstag, 23. Februar 2012 Zur Geschichte der Textilindustrie im Bergischen Land
Berichte über die letzten Veranstaltungen:
Der Bergische Löwe unter Dampf - Dampfzugfahrt / Eisenbahnmuseum Dieringhausen
Ein Besuch im Bauernhaus Museum in Oberkühlheim-Herkenrath
Zeitreise ins südliche Siegerland
Der Bergische Löwe unter Dampf Historische Zugfahrt Dieringhausen - Waldbröl am 08.10.
Es war ein herbstlicher i-Punkt - die Fahrt über die stillgelegte Bahntrasse der Wiehltalbahn, vorgesehen von Dieringhausen bis Waldbröl mit anschließendem Besuch im Eisenbahnmuseum Dieringhausen.
Bis Mitternacht regnete es. Der Sonntag zeigte sich trocken und sonnig. Sonntag Abend regnete es - also gute Rahmenbedingungen für einen erlebnisreichen Tag. 61 Gäste zwischen 5 und 80 Jahren konnte der Bergische Geschichtsvereins Overath eV begrüßen.
Trotz ehrenamtlichen Engagements von freiwilligen Helfern sind die Renovierungsarbeiten an der Denklinger Eisenbahnbrücke noch nicht abgeschlossen: statt einer Fahrtstrecke über 23 km Dieringhausen nach Waldbröl ging die Fahrt nur über 9 km Dieringhausen bis Wiehl und zurück in das ehemalige Bahnbetriebswerk für Dampflokomotiven in Dieringhausen.
Die historische Zugkombination mit vier Waggons wurde gezogen von der Lok Waldbröl, 95 Jahre jung, kürzlich umfassend restauriert und mit den erforderlichen Sicherheitseinrichtungen versehen, so dass die historische Lokomotive auch auf regulären Strecken der DB verkehren kann.
In Wiehl kann nicht rangiert werden. Deshalb wurde eine kleine Diesellokomotive mit Dampfkraft am Ende des Zuges mitgezogen. Somit befand sich auch bei der Rückfahrt ein Führerstand für den Lokführer an der Zugspitze.
Dampflokomotiven als Zugantrieb sind nicht mehr alltäglich. Gelände und Baulichkeiten des Bahnbetriebswerkes Dieringhausen dienen heute der Interessengemeinschaft / Förderverein Bw Dieringhausen als Werkstatt für die Restaurierung historischer Lokomotiven und Waggons und als Museum.
Das Ensemble der Einrichtungen für den Dampflokbetrieb ist in seiner kompakten Vollständigkeit in Deutschland einmalig. Dieringhausen war in seiner bahntechnischen Blütezeit ein Verkehrsknotenpunkt der etwa 1.000 Bahnmitarbeiter beschäftigte.
Reich an Wissen um die Eisenbahngeschichte kehrten die Teilnehmer mit der RB25 zurück nach Overath.
Warum in die Ferne schweifen, da das Gute doch so nah ?
Ein Besuch im Bauernhaus Museum in Oberkühlheim-Herkenrath
20 Mitglieder des BGV Overath besuchten im August das Museum. Einen Bauernhof, der im 17. Jahrhundert im Rhein Sieg Kreis bewirtschaftet , nach Oberkühlheim umgesiedelt und dort originalgetreu wieder aufgebaut wurde.
Das Bauernhausmuseum ist im privaten Besitz der Familie Clemens , die ohne öffentliche Zuschüsse dieses interessante Anwesen unterhält. Engagiert und mit vielen Anekdoten gewürzt, führte der Besitzer durch die Außenanlage und das Innere des Bauernhauses.
Karg und hart war das Leben der Menschen in dieser Zeit. Sechzehn bis siebzehn Stunden Arbeit am Tag normal. Die zahlreichen Exponate zeigen, mit wie viel körperlichem Einsatz gearbeitet wurde.
Nur mit wenig Kerzen beleuchtet der Gemeinschaftsraum, winzig klein die gute Stube und das Schlafzimmer. Kisten als Bett für die Kinder. "Ab in die Kiste" sagen wir noch heute und wissen nun woher dieser Ausspruch stammt.
Ein Besuch des Museums lohnt sich: interessant für Erwachsene, Kinder, Enkel ....
Man taucht ein in die Gegenwart unsere Vorfahren und ist froh, so wie die Teilnehmer an der Exkursion , in unserer Gegenwart zu leben.
Zu solch einer Zeitreise gehört natürlich eine Bergische Kaffeetafel "mit allem Dröm und Dran" also von süßen bis herzhaften Köstlichkeiten im Haus Thal in Immekeppel.
Sie war der vergnügliche Abschluss eines vergnüglichen, informativen Nachmittags.
Ulla Gote
Zeitreise ins südliche Siegerland
Zahlreiche Mitglieder und Freunde des BGV ließen sich durch das nasskalte Aprilwetter im Juli ihre gute Laune nicht vermiesen und begaben sich voller Wissbegierde auf eine Reise zurück in die nicht immer so gute alte Zeit, an die sehr anschaulich in Freudenberg und Wilnsdorf erinnert wird.
Die Zeitreise begann mit einer Führung durch Freudenbergs historischen Stadtkern, "Alter Flecken", unterhalb der evangelischen Kirche, die ebenfalls besichtigt wurde. Nach einem verheerenden Brand 1666 veranlasste der Landesherr, Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen, den Wiederaufbau. Nach seinen Vorgaben entstand das, oberflächlich betrachtet, uniforme Ensemble von aus Brandschutzgründen freistehenden Fachwerkhäusern, wie wir es heute noch kennen. Bei genauerem Hinschauen wirkt es jedoch keinesfalls langweilig. Allein schon durch die unterschiedlich aufwändige Ständerkonstruktion, von einfach bescheiden bis prachtvoll reich verziert, lässt sich erahnen, wie begütert der jeweilige Bauherr gewesen sein muss. Es fällt auf, mit wie viel Liebe und Phantasie die heutigen Bewohner die winzigen Parzellen um ihre Häuser gärtnerisch gestaltet haben. So bummelten die Overather trotz des andauernden Regens voller Staunen und Bewunderung durch diese romantischen Gassen und steilen Treppendurchgänge. Manch einer verneinte jedoch die Frage, ob er in dieser Enge und belastet mit den Zwängen des Denkmalschutzes dort auch wohnen könnte.
Das anschließend besuchte Technikmuseum Freudenberg ließ dann besonders die Herzen der Herren höher schlagen. Einige Opas erklärten spontan, dass sie bald mit den Enkeln wiederkommen würden, um die Zeugnisse einer fast vergessenen Arbeitswelt, wie, unter anderem, eine Schlosserwerkstatt, eine Dampfmaschine von 1904 und die von ihr mittels vieler Transmissionsriemen angetriebenen genau so alten Werkzeugmaschinen zu bewundern. Die Keimzelle des 2002 eröffneten Museums ist eine Sammlung erstklassig restaurierter Oldtimer, vom Motorrad über Limousinen bis zum Lkw und Traktor. Mit viel Idealismus, Phantasie, Eigenleistung und Organisationstalent gelingt es den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Trägervereins immer wieder, auch Sponsoren zu gewinnen und so die Sammlungen um interessante Objekte, wie, zum Beispiel, Modelle von Oldtimern und Dampfmaschinen oder einen 250 Jahre alten Webstuhl und Pferdegeschirre aller Art, zu ergänzen.
Nach der wohlverdienten Mittagsrast im Waldhotel Wilhelmshöhe fuhr man weiter zum Museum Wilnsdorf und ließ sich dort durch die Volkskundeabteilung führen. Hunderte von Exponaten sind dort ohne störende Absperrungen in ihrem jeweiligen geschichtsträchtigen Umfeld vom Kleinbauern bis zur Schusterwerkstatt, vom Tante Emmaladen bis zur festlichen Hochzeitsgesellschaft so lebendig dargestellt, dass man fast versucht ist, sich dazu zu gesellen und tüchtig mit anzupacken oder mitzufeiern. Die so gewonnenen Einblicke in das Leben und Arbeiten in den Dörfern des südlichen Siegerlandes zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewegten die Overather Besucher noch lange und boten viel Gesprächsstoff während der Heimfahrt. Manch einer kann sich noch gut an ähnliche Verhältnisse in seiner Jugendzeit erinnern und freut sich nun schon auf die nächste Zeitreise mit dem Bergischen Geschichtsverein Overath.
BGV Overath br>
R. Schusters
Studienreise des BGV Overath ins Braunschweiger Land
Ein Blick in alte und neuere Deutsche Geschichte
Die diesjährige Studienfahrt des BGV Overath vom 14. – 18.06.2011 führte nach Wolfenbüttel und ins Braunschweiger Land. Schon am Anreisetag gab es nach einer kurzen Rast im guten Hotel eine Stadtführung am späten Nachmittag, die den Mitreisenden viele Informationen über diese Stadt aus der ausgehenden Renaissance- und frühen Barockzeit vermittelte. Diese Informationen wurden am nächsten Tag vertieft durch eine herrliche Kostümführung im Schloss mit dem Tanzmeister des Herzogs und eine weitere sehr ausführliche Besichtigung der weltberühmten Bibliothek, an der u.a. Leibniz und Lessing als Bibliothekare wirkten. Lessings Wohnhaus in Wolfenbüttel wurde ebenfalls besichtigt.
Der folgende Tag vermittelte einen Blick in die alte und neuere Deutsche Geschichte. Ein Besichtigungsprogramm in Braunschweig brachte uns den Welfenherzog Heinrich den Löwen näher, dessen Spuren in der sehr gut rekonstruierten Altstadt anzutreffen sind, vor allem im Dom, in dem sich nicht nur seine Grablege befindet, sondern auch die einer Vielzahl anderer Familienmitglieder, u.a. einer Schwester des Preußenkönigs Friedrich II. Nach diesem Ausflug ins Mittelalter kam der Schock der deutsch-deutschen Grenze in Marienborn, ein wirklich beklemmendes Erlebnis. Einige Mitreisende hatten mehrfach diesen Kontrollpunkt zu DDR-Zeiten passiert während der Fahrten in die Partnerstädte der evangelischen Kirchengemeinde Overath, Rostock und Lehnin, und sie fühlten wieder den Stress von damals. Die Empfindungen besserten sich erst, als wir wieder ins Mittelalter eintauchten während eines Besuchs des ehrwürdigen Doms in Königslutter, in dem Kaiser Lothar, der Großvater des „Löwen“, und sein Vater Heinrich begraben sind.
Einen Kontrast dazu bildete am nächsten Tag der Aufenthalt in der „Autostadt Wolfsburg“ mit einer eingehenden Führung. Hier verging die Zeit wie im Flug beim Bewundern der alten Originalautos aus mehr als 100 Jahren Automobilgeschichte. Während einer Bootsfahrt auf dem Mittellandkanal wurden uns die Dimensionen des Konzerns bewusst.
Dann kam schon der letzte Tag mit der Heimfahrt, unterbrochen durch einen ausführlichen Rundgang durch die wunderbaren Herrenhäuser Gärten in Hannover. Alle Teilnehmer waren sich einig: Dies war eine wirklich lohnende Reise, organisiert - leider zum letzten Mal – von Franz Gabriel, dem unser besonderer Dank gilt.
Gisela Friedrich
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